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Internationaler Seniorenvergleich 2010 in Kelmis/BEL Drucken E-Mail
Geschrieben von Mike Killadt, Montag, 31. Mai 2010   

Am 29. Mai trafen sich die Damen A und Herren A aus Belgien, Luxemburg, Frankreich und Rheinland-Pfalz im belgischen Kelmis zum alljährlichen internationalen Seniorenvergleich. Die Vertretungen aus Mittelsaar mussten absagen, so dass sich nur vier Herren- und drei Damenmannschaften auf den Weltmeisterschaftsbahnen von Worriken trafen.
Sehr gut organisiert zeigten sich die belgischen Gastgeber als würdige Ausrichter und gaben im Hinblick auf die Bewerbung um die Weltmeisterschaften eine eindrucksvolle Visitenkarte ab.

Der erste Block der Damen tat sich anfangs recht schwer. Einige Hinterhölzer, zuweilen auch mit Bauern, ließen kein großes Selbstvertrauen aufkommen. Zwischen 173 und 190 pendelten sich die Ergebnisse ein. Wobei Beate Gsodam am unteren Ende rangierte. Wie sich herausstellte war die Vollegasse ihre Startbahn 3 ein Fallstrick für viele Spielerinnen. Eine erneute 176 auf Bahn 4 brachte ihr zwar eine Verbesserung um einen Platz ein, der Abstand zu den führenden Belgierinnen mit Suzanne Merchandise (378 Holz) und Luxemburgs Marcelline Della Modesta (367 Holz) wuchs an. Viel Freude kam nicht auf, gepaart mit ein bisschen Pech näherte Beate sich der Frusttoleranz.
Kam nicht richtig ins Rollen: Beate Gsodam (Foto: MiK)Eine gute Volle brachte dann erstmals wieder Entspannung. Gefolgt von einer Räumgasse mit Licht und Schatten. Vier dünne Sechser in den Anwürfen, die allerdings alle geräumt wurden. Suzanne Merchandise drehte ihre Kreise weiter und schien ihren Heimvorteil nutzen zu können. Was in die Volle stehen blieb, viel dafür im Räumen. Durch eine verpatzte Bahn 3 von Marcelline wurde es zumindest um den zweiten Platz im Block nochmal spannend. Christiane Mores warf die erste 200 Bahn an diesem Tag und so lagen die drei Verfolger auf 10 Holz beisammen.
Die Volle war wieder die Domäne von Beate Gsodam. die erste 120 gehörte den Rheinland-Pfälzern. Aber das Räumen war heute nicht ihr Freund. Marcelline Della Modesta kam nach anfänglichem Bauernfehler und tollem Endspurt (einige, sage wir mal, „unorthodoxe“ Neuner) am Ende auf 737 Holz. Damit kam sie Suzanne Merchandize gefährlich nah. Die Belgierin rettete ihre Vorsprung mit 741 Holz denkbar knapp ins Ziel. Platz drei sicherte sich die einzige deutsche Vertretung mit 724 Holz und Christiane Mores als zweite Luxemburgerin musste sich mit 711 Holz und Platz 4 begnügen.

Marcelline Della Modesta (LUX) mit mehr Licht als Schatten (Foto: 
MiK)Der zweite der Block der Damen war zu 50% mit Rheinland-Pfälzerinnen besetzt. Claudia Jaster durfte auf der bisher noch ungeliebten Bahn 1 beginnen. Susanne Kranz entsprechend auf Bahn 4. Den besten Start hatte Luxemburgs Doris Melo mit 194 Holz, wobei schon die Volle mit 122 zu Buche stand. Der Rest reihte sich brav dahinter ein Kranz 187 Holz, Jaster 182 Holz und Paula Lippens / Belgien 180 Holz. Oder anders gesagt: „Noch nix passiert.“ Die Volle überragte erneut Doris Melo. 125 Holz waren bis dato das Top-Ergebnis. Die anderen Damen hielten sich zurück. Im Räumen dann Magerkost. Bis auf Paula Lippens fingen alle mit einem Dreier an. Doris Melo warf sich im zweiten Anwurf sogar die Mitte raus, konnte aber nach zwei weiteren Würfen das volle Bild wieder in Angriff nehmen. Am Ende ließ sie dann vier Neuner folgen und war damit auf 398 Holz und der Konkurrenz doch wieder weit enteilt. Claudia Jaster war ihr am dichtesten im Nacken, Respektsabstand: 26 Holz. Das Nethäckchen beim Seniorenvergleich: Susanne Kranz. (Foto: 
MiK)Paula Lippens (360 Holz) warf zwar kaum Blanke, macht dafür aber auch keine Fehler. Susanne Kranz quälte sich mit Bahn 1 und war froh wenigstens holzgleich mit der Belgierin in die zweite Halbzeit zu gehen.
Nach Bahn drei war plötzlich Susi Kranz die schärfste Verfolgerin von Doris Melo (589 Holz). 212 Holz katapultierten sie mit 17 Holz Rückstand auf Platz 2. Claudia Jaster (558 Holz) gab pro Gasse immer ein paar Holz ab und kam auch auf Bahn 3 nicht über 186 Holz hinaus. Paula Lippens (530 Holz) war spätestens nach Ende dieser Bahn abgeschlagen.
Die letzte Bahn stellte dann alles auf den Kopf. Claudia Jaster traf Bahn 4 mit 214 Holz und zog mit 772 Holz an allen Konkurrentinnen vorbei und setzte sich an die Spitze der Einzelwertung. Doris Melo fiel auch Bahn 1 zum Opfer 175 Holz bedeuteten 764 Holz. Susanne Kranz kam auch noch an Doris heran, konnte aber nicht zum Überholen ansetzen. Mit 184 Holz kam sie auf gute 756 Holz.

Block drei der Damen war auch gleichzeitig der letzte Durchgang. Die deutsche Vertretung führte vor Luxemburg und damit waren alle Augen auf Rita Kasper-Kirst und Birgit Grethen gerichtet. Sollten die 60 Holz wirklich noch zu einem spannenden Endspurt führen?
Birgit Grethen konnte nur noch den zweiten Platz absichern. (Foto: MiK)Nach 186 Holz für Kasper-Kirst und 176 Holz für Grethen durften die Rheinland-Pfälzerinnen auf eine ruhigen weiteren Verlauf hoffen.
Birgit Grethen hatte (kurzzeitig) Anderes im Sinn. Mit einer Neuner-Serie kam sie auf 205 Holz. Rita Kasper-Kirst hatte alle Hände voll zu tun, um den Anschluss zu halten. Am Ende waren es dank drei Neuner mit den letzten Würfen 195 Holz, so dass beide mit 381 Holz in die zweite Halbzeit wechselten. Für Belgien war Mirjam Chalier mit 357 Holz auf Platz drei, gefolgt von ihrer Mannschaftskollegin Marie-Therese Franz mit 339 Holz.
Nach der dritten Bahn war die Partie entschieden. Rita Kasper-Kirst hatte auf Bahn 4 einen kleinen Lauf und kam auf 198 Holz. Birgit Grethen hingegen stand wie so viele heute mit Bahn 1 auf Kriegsfuß und konnte sich nur 176 Holz anschreiben lassen.
Birgit Grethen war am Ende bei 729 Holz Schluss und Rita sicherte sich mit einer Neun im Vorletzten Wurf den Tagessieg der Damen mit 781 Holz. Für Belgien kamen Marie-Therese Franz auf 710 Holz und Mirjam Charlier auf 715 Holz.

 1.
 Rheinland-Pfalz
 3053
 2.  Luxemburg
 2941
 3.  Belgien  2876

 

Matthias Schneider hatte gut Lachen. Die erste 800 des Tages ging 
auf sein Konto. (Foto: MiK)

Bei den Herren versuchten die Belgier ebenfalls ihren Heimvorteil zu nutzen.

Josef Engel kegelte wie selbiger und nutzte den Heimvorteil auf der ersten Bahn voll aus. 216 Holz waren das Maß aller Dinge auf der Startbahn. Matthias Schneider heftet sich an seine Fersen. 210 Holz auf Bahn vier konnten sich auch sehen lassen. Danach wurde der Abstand größer. Raymond Doerfel (190 Holz) und Francis Marques (178 Holz) mussten sich schon sputen. 
Und sie sputeten sich... 211 warf Francis Marques auf Bahn 2 und war wieder bei den Leuten. Begünstigt durch die Verschnaufpausen von Josef Engel (181 Holz) und Matthias Schneider (165 Holz).
Der dritte Durchgang gehört dann zur Abwechslung Raymond Doerfel mit 210 Holz und auch Matthias Schneider zeigte sich vom Schock auf Bahn 1 gut erholt (201 Holz). Nach drei Bahnen deutete alles auf ein spannendes Finish hin. Francis Marques 561 Holz, Raimond Doerfel 570 Holz, Matthias Schneider 576 Holz und immer noch in Führung Josef Engel mit 580 Holz.
Nach der letzten Volle zog Matthias Schneider erstmalig an Belgien vorbei Josef Engel / BEL mit erstklassigem Start. (Foto: MiK)und auch Luxemburg konnte den Rückstand auf die Gastgeber auf 2 Blanke verkürzen. Dazu hatten sie mit Bahn 2, die vermeintlich einfachste Räumgasse noch vor sich. Dachte man... Dachte man aber falsch. Der Deutsche stahl allen die Show. Mit 9 Blanken auf der Abschlussgasse kam er auf genau 800 Holz und gewann den Block letztlich souverän. Josef Engel (777 Holz) verteidigte mit 197 Holz den zweiten Platz, an dem Raimond Doerfel (768) mit 198 Holz nicht mehr vorbeiziehen konnte. Francis Marques (755 Holz) konnte den Abstand auf der letzten Gasse ebenfalls nur konstant halten.

Im zweiten Block setzte sich bei den Rheinland-Pfälzern das Dilemma auf Bahn 1 fort. Vier Blanke mit den letzten Würfen brachten Gerd Köhl auf 180 Holz. Fernand Biver sah seine Chance und platzierte sich mit zwei Holz davor. Die Gunst der Stunde nutzte Frankreich mit verpasstem Anwurf aber immer noch 211 Holz durch Michel Pichon. Um Belgien, mit Pudel ins Volle Bild, hüllen wir auf der ersten Bahn den Mantel des Schweigens.
Gerd 
Köhl musste kämpfen, um an Michel Pichon dranzubleiben. 
(Foto: MiK)Auf der zweiten Bahn dann das genaue Gegenteil. Gerd Köhl 205 und Frankreich 170 Holz und auch Belgien meldete sich mit 180 Holz anwesend. Die Steigerung von Eddy Behets ging weiter. 194 Holz auf Bahn 1 deuteten Normalform an.
Die Spannung kam allerdings zwischen Gerd Köhl und Michel Pichon / FRA auf. Mit dem besseren Ende für den Franzosen. 586 zu 583 Holz. Die Neun im Vorletzten hielt Rheinland-Pfalz weiterhin auf Kurs. Bahn 4 mit einem notorischen Hinterholz wartete aber schon. Frankreich auf Bahn 1 hatte mit der Räumgasse auch noch eine Aufgabe vor sich, die sich nicht ohne Weiteres lösen ließ.
Das Duell in die Volle konnte Gerd Köhl für sich entscheiden und lag mit 700 Holz knapp vor Michel Pichon (697 Holz). In die Räumgasse wollte dann beiden nicht mehr viel gelingen. Außer ein paar Hinterhölzer stehen zu lassen. Entschieden wurde das Duell letztlich mit einen Durchroller auf Bauer-Hinterdame im vorletzten Wurf. Gewann den 2. Block und ließ Frankreich Jubeln: Michel Pichon. 
(Foto: MiK)Freuen durfte sich Michel Pichont, der dadurch mit 775 Holz zu 769 Holz knapp die Nase vorne hatte. Luxemburg kam am Ende mit Fernand Biver auf. Blieb aber mit 751 Holz doch noch hinter den Führenden.

Der dritte Block sollte wohl ganz im Zeichen des Duells zwischen Ilvano Pianini (LUX) und Rainer Stoffels stehen. So zumindest die allgemeine Meinung der Anwesenden. Dass es, zumindest anfangs, anders kommen sollte, dafür sorgte FRA. Gerard Chenut spielte in die Volle mit 122 Holz gleich groß auf. Bis auf Rainer Stoffels (124 Holz) hielt er damit das restliche Feld in Schach und auch in die Räumgasse legte er los wie die Feuerwehr. 209 Holz auf Bahn 3 gehörte am heutigen Tag zu den besten Resultaten. Rheinland-Pfalz konnte auf Bahn 2 mit 212 Holz gut dagegen halten. Luxemburg (197 Holz) war hingegen schon am kämpfen, um den Anschluss nicht zu verlieren. Belgien (183 Holz) hielt sich im Hintergrund.
In die Volle lief es für die Favoriten dann besser. Ilvano Pianini setzte mit 121 Holz ein Ausrufezeichen. Der Rest des Blocks kam über 113 Holz nicht hinaus und hatte nur Fragezeichen zu bieten.Francis Marques unterstrich die gute Leistung de Equipe Tricolore.
(foto: MiK)
In die Räumgassen dann ein sehr gemischtes Szenario. Dreier Bilder wechselten mit kleinen Neuner-Serien, die dann wiederum mit Dreiern unterbrochen wurden... Lediglich Luxemburg schaffte eine konstante Leistung über 15 Wurf und wurde mit 208 Holz und der Führung im Block belohnt. Rainer Stoffels gönnt sich die Neun im vorletzten Wurf und blieb mit 403 Holz nur 2 Holz hinter dem Führenden. Frankreich und Belgien einigten sich auf 171 Holz. Als der Franzose die nächste Volle auch noch aussetzte war der Faden gerissen und der Anschluss komplett verloren. Ilvano Pianini tat sich auf Bahn 3 schwer in die Räumgasse und konnte eine wahre 8-Serien vorführen. 592 Holz standen auf der Anzeigentafel. Diese Gelegenheit ließ sich Rheinland-Pfalz nicht entgehen und setzte sich entscheidend ab. 613 Holz bedeuteten ein beruhigendes Polster, obwohl Bahn 1 noch kommen sollte... Aber wenigstens ein Rheinland-Pfälzer traf die Piste. Luxemburgs Angriff in die Vollen (123 Holz) wurde erfolgreich gekontert (124 Holz) und auch ein verschossener Bauer im Vorletzten konnte Rainer Stoffels (825 Holz) nicht mehr stoppen. Ilvano Pianini setzte sich mit 803 Holz auf den zweiten Rang in der Gesamtwertung. Frankreich lief bei 767 Holz ein und konnte sich in den letzten 30 Wurf über 200 Holz freuen. Der Gastgeber musste sich mit 725 Holz zufrieden geben.

Wolfgang Adams brachte den Sieg ungefährdet erneut nach  Rheinland-Pfalz. (Foto: MiK)Der letzte Block der Herren stand ebenfalls im Zeichen des Duells zwischen Rheinland-Pfalz und Luxemburg. Hier betrug der Vorsprung bereits gute 70 Holz.
Und die Luft schien auch raus zu sein. Marc Mocca / FRAU setzte sich mit 203 Holz an die Spitze, dicht gefolgt von Wolfgang Adams (198 Holz), der den Vorsprung auf Luxemburgs Marc Hoffmann (191 Holz) weiter ausbauen konnte. Günter Debruecker beließ es auf der ersten Bahn auch bei vornehmer Zurückhaltung (185 Holz). Nach der zweiten Bahn herrschte dann annähernd Gleichstand zwischen Luxemburg und Rheinland-Pfalz. 396 Holz konnte Wolfgang Adams aufweisen und 400 Holz waren bei Marc Hoffmann zu sehen. Marc Mocca (381 Holz) konnte für Frankreich auf Tuchfühlung bleiben, während Günter Debruecker mit 368 Holz die rote Laterne inne hatte.
Es tat sich nicht mehr viel. Rheinland-Pfalz blieb immer in Schlagdistanz zu Luxemburg, so dass nie die Gefahr aufkam in der Gesamtwertung abgefangen zu werden. Wolfgang Adams beendete seinen Durchgang mit 791 Holz. Der Sieg im Abschlussblock war jedoch Marc Hoffmann mit 792 Holz vorbehalten. Marc Mocca festigte mit 775 Holz Frankreichs dritten Platz. Belgien mit Günter Debruecker 765 Holz.

 1.  Rheinland-Pfalz  3185
 2.  Luxemburg  3115
 3.  Frankreich  3072
 4.  Belgien  2990